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Dr. med. Christian Merettig
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Meniskus

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Meniskus-Riss" genannt. Eine Meniskusläsion ist eine Unterbrechung der Meniskusknopelstruktur, eine Abnutzung (Degeneration) von Meniskusgewebe oder eine Kombination von beiden, wobei verschiedenen Lebensaltern typische Läsionen zugeordnet werden können. Menisken haben die Funktionen als Lastverteiler, Bremsklötze und Stoßdämpfer des Kniegelenks. Es gibt einen kleineren, halbmondförmigen Außenmeniskus und einen größeren, sichelförmigen Innenmeniskus. Eine Meniskuserkrankung wird durch einen Unfall (Trauma) oder durch allgemeine Alterungsvorgänge (Degeneration) verursacht. Infolge von Meniskusschäden verkleinert sich die lastübertragende Fläche, der Druck auf den Knorpel wird größer, mit der Folge eines vermehrten Verschleißes des gesamten Kniegelenkes.

Trauma

Ein Trauma tritt vorzugsweise bei jüngeren und aktiven Patienten auf und setzt eine Bewegung des Gelenkes über die normal vorgegebenen Grenzen hinaus voraus. Der Innenmeniskus ist fest mit dem Innenband verwachsen. Der Außenmeniskus ist stärker beweglich, er liegt dem äußeren Schienbeinkopf auf und folgt der Oberschenkelbewegung besser. Er ist von Verletzungen weniger häufig betroffen.

Degeneration

Die zentralen zwei Drittel der Meniskussubstanz werden von der Gelenkflüssigkeit ernährt, das kapselnahe Drittel ist gefäßversorgt. Die Übergangszone zwischen beiden Bezirken ist gleichzeitig die häufigste Stelle für die Ausbildung von Längsrissen. Vorgeschädigte Menisken können während auch bei normalen Kniebewegungen einreißen.

Therapie

Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, Beruf und Sport (Vermeidung der tiefen Hocke, Sportarten mit raschem Richtungswechsel). Medikamente, intraartikuläre Injektionen, Krankengymnastik (Mobilisierung, Muskeldehntechniken), Elektrotherapie, Tragen einer Kniegelenksbandage zur Stabilisierung und Verbesserung der Gelenkfunktion. Regelmäßige Übungen zur Beseitigung von Muskeldefiziten, Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur.

Arthroskopie

Die teilweise Entfernung eines Meniskus dient der Schmerzfreiheit durch Entfernen aller zerstörten und mobilen Meniskusanteile. Hierbei sollte möglichst viel "gesundes" Meniskusgewebe erhalten bleiben. Die Kniegelenksspiegelung wird im Rahmen einer ambulanten Operation in örtlicher oder Allgemeinnarkose durchgeführt. Das operative Vorgehen hängt von der Rissform und der Risslokalisation ab: es werden alle mobilen Fragmente entfernt, der Resektionsrand geglättet, eine Randleiste und die Verbindung zur Kapsel belassen, sowie das Gelenk gespült. Ohne Arthroskopie kommt es zu späterer Knorpelschädigung durch Einklemmungen und Gelenkergüsse.

Bakerzyste

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Poplitealzyste“ oder „Synovialzyste“ genannt. Es handelt sich um eine Vorwölbung der Kniegelenkskapsel nach hinten in die Kniekehle. Ihr Name stammt vom Erstbeschreiber Dr. William Baker, einem Chirurgen aus London (1877). Einen Schaden an Meniskus oder Knorpel, der längere Zeit besteht, wird durch den Körper selbst behandelt. Es entsteht mehr Gelenkflüssigkeit um für bessere Gleiteigenschaften im Knie zu sorgen. Wird mehr Gelenkflüssigkeit gebildet, als abgebaut wird, entsteht ein Kniegelenkserguss. Wenn die Zunahme der Gelenkflüssigkeit längere Zeit besteht, weitet sich die Gelenkkapsel aus, um dem Erguss Platz zu verschaffen. Die Stelle, an der die Kniegelenkskapsel am wenigsten stabil ist, ist die Kniekehle, so dass eine Ausbuchtung in die Kniekehle bei chronischem Überdruck entsteht. Die Baker-Zyste macht immer dann Beschwerden, wenn der Druck im Kniegelenk bei erhöhter Entzündungsaktivität oder fortgeschrittenem Knorpelschaden zunimmt. Die operative Entfernung der Baker-Zyste ist nicht sinnvoll, wenn die Ursache - Knorpel- oder Meniskusschaden - weiter besteht.

Häufigkeit

Eine Baker-Zyste kann prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten. Kinder sind jedoch von der Ausbildung zystischer Veränderungen der Kniekehle seltener betroffen. Kommt es dennoch zur Ausbildung einer Baker-Zyste im Kindesalter, so sind Jungen doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Überwiegend lässt sich die Erkrankung im mittleren und fortgeschrittenem Lebensalter beobachten (45.-60. Lebensjahr).

Therapie

Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, Beruf und Sport (Vermeidung kniebelastender Sportarten). Medikamente, intraartikuläre Injektionen, Krankengymnastik, Elektrotherapie, Tragen einer Kniegelenksbandage zur Stabilisierung und Verbesserung der Gelenkfunktion. Regelmäßige Übungen zur Beseitigung von Muskeldefiziten, Kräftigung der Oberschenkel-muskulatur (Radfahren, Schwimmen). Der Inhalt der Zyste kann mittels einer Punktion herausgesaugt werden. Mit einem Wiederauftreten der Zyste muss jedoch gerechnet werden, da um es bildlich zu beschreiben “der See leergepumpt wird, aber der zuführende Fluss weiter läuft”. Unter konservativen Maßnahmen kommt es meist nur zu einer Besserung der durch die Baker-Zyste verursachten Beschwerden. Ein Verschwinden oder “Eintrocknen” der Zyste ist nicht zu erwarten. Nur eine operative Therapie (Kniegelenksspiegelung, sog. Arthroskopie, ggf. mit Meniskusrevision und Knorpelglättung) führt zu einem Verschwinden der Baker-Zyste.

Gonarthrose

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Kniegelenksverschleiss“ genannt. Es handelt sich um eine fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung des Knochens, der Gelenkkapsel sowie der gelenkum- gebenden Muskulatur. Weitere Ursachen sind: angeborene Fehlstellungen des Kniegelenkes („X-, O-Bein“), Bänderschwächen, Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen, Infektionen, chronische Überlastungen im Sport oder Beruf, Unfallfolgen (Knochenbrüche, Meniskus-, Kreuzbandverletzungen), Knieerkrankungen im Kindesalter (Morbus Schlatter, Morbus Blount, Osteochondrosis dissecans) und/oder im Verlauf eines entzündlichen Rheumas. 10% der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Meist liegt die Gonarthrose beidseitig vor. Beginn im 4. Lebensjahrzehnt. Altersgipfel ist das 60. Lebensjahr. Das Geschlechtsverhältnis beträgt  weiblich : männlich = 2 : 1 

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung, zunehmende Instabilität und Bewegungseinschränkung, Schwellneigung, Gelenkerguss, Einschränkungen der Gehstrecke, Reibegeräusche, hinkendes Gangbild, Rückbildung der Beinmuskulatur.

Diagnostik

Röntgen der Kniegelenke in 2-3 Ebenen: Aufhebung, Sklerosierung der Gelenkspalten, Knochenanbauten, Zystenbildung. Magnetresonanztomographie zur Darstellung der Muskeln, Sehnen, Knorpel, Menisken, Kreuz- und Seitenbänder.

Therapie

Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Kniegelenks-Injektionen, begleitende medikamentöse Behandlung (entzündungshemmende, schmerzlindernde Tabletten). Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen Stadien Wärmeanwendungen. Krankengymnastik und Manualtherapie (Mobilisierung, Muskeldehnungen, Beseitigung von Muskeldefiziten, Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur), Elektrotherapie oder auch Akupunktur. In jüngster Zeit hat sich der Gelenkflüssigkeitsersatz gut bewährt. Dabei wird mittels Injektion von Hyaluronsäure eine neue „Gelenkschmiere“ wiederhergestellt.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meistens progredient. Sehr häufig ist eine Operation notwendig. Gelenkerhaltende Operationen (Femur- oder Tibiakopf-Korrekturosteotomien) oder der vollständige oder teilweise Gelenkersatz (Endoprothese). Individuelle Planung der zu wählenden Implantate und Materialien.  Eigenblutspende. Postoperative Physiotherapie, frühzeitige Mobilisierung und Belastungsaufbau. Aufklärung über erlaubte Bewegungen und Belastbarkeit. Regelmäßige klinische und röntgenologische Nachkontrollen.

Impingement

Es handelt sich um eine schmerzhafte Entzündung eines Schleimbeutels (Bursa) in Kombination mit einer Abnutzung (Degeneration) von Sehnengewebe. Die Rotatorenmanschette des Schultergelenkes befindet sich in einem engen Sehnenkanal, der von dem knöchernen Eckgelenk (Acromion) und dem Oberarmkopf (Humerus) begrenzt wird. Die geschwollenen Sehnen reiben bei Bewegung in dem anatomisch engen Raum und somit kommt es zur Entzündung. Der akute Schulterschmerz tritt vorzugsweise bei jüngeren und aktiven Patienten auf. Leitsymptom ist ein dumpfer, ziehender Schmerz im Bereich des Muskulus deltoideus. Der Arm hängt in Schonhaltung vom Körper herab, Schulterbewegungen über 90° Grad sind kaum möglich. Der chronische Schulterschmerz führt zu Schonhaltung und Atrophie der schulterführenden Muskulatur.

Diagnostik

Typischer klinischer Untersuchungsbefund mit Einschränkung der Schulterbeweglichkeit (“schmerzhafter Bogen“). Ultraschall (Sonographie) beider Schultern im Seitenvergleich, Röntgen zur Darstellung der knöchernen Strukturen oder Kalkdepots. Der „Goldstandard“ ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Hiermit lassen sich die Muskeln, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und insbesondere die Rotatorenmanschette darstellen.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Schultermuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit ist der wesentliche Bestandteil der Therapie. Im akuten Stadium ist meistens nur die gezielte Injektion mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel hilfreich. Weitere Maßnahmen sind Elektrotherapie, TENS oder auch Akupunktur. Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, die körperliche Belastung in Beruf und Sport (Vermeidung von Überkopfarbeiten, Sportarten mit starker Beanspruchung der Schultern).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Nur in vereinzelten Fällen ist eine Operation (Arthroskopie, ggf. Acromioplastik) notwendig.

Kalkschulter

Im allgemeinen Sprach- gebrauch auch „Kalkschulter“ genannt. Es handelt sich um eine schmerzhafte Entzündung eines Schleimbeutels mit oder ohne Kalkablagerung in Kombi- nation mit einer Abnutzung (Degeneration) von Sehnengewebe. Die Rotatorenmanschette des Schultergelenkes befindet sich in einem engen Sehnenkanal, der von dem knöchernen Eckgelenk (Acromion) und dem Oberarmkopf (Humerus) begrenzt wird. Die geschwollenen Sehnen reiben bei Bewegung in dem anatomisch engen Raum und somit kommt es zur Entzündung (“Impingement-Syndrom“). Der akute Schulterschmerz tritt vorzugsweise bei jüngeren und aktiven Patienten auf. Leitsymptom ist ein dumpfer, ziehender Schmerz im Bereich des Deltoideus. Der Arm hängt in Schonhaltung vom Körper herab, Schulter-bewegungen über 90° Grad sind kaum möglich. Der chronische Schulterschmerz führt zu Schonhaltung und Atrophie der schulterführenden Muskulatur.

Diagnostik

Typischer klinischer Untersuchungsbefund mit Einschränkung der Schulterbeweglichkeit (“schmerzhafter Bogen“). Sonographie beider Schultern im Seitenvergleich, Röntgen zur Darstellung der knöchernen Strukturen oder Kalkdepots. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie lassen sich auch Muskeln, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und insbesondere die Rotatorenmanschette darstellen.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Schultermuskulatur und zum Erhalt der Beweglichkeit. Im akuten Stadium ist meistens nur die gezielte Injektion mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel hilfreich. Weitere Maßnahmen sind Elektrotherapie, Kälteanwendungen oder Akupunktur. Die individuelle Beratung umfasst das Verhalten im Alltag, die körperliche Belastung in Beruf und Sport (Vermeidung von Überkopfarbeiten, Sportarten mit starker Beanspruchung der Schultergelenke).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Spontane Auflösung des Kalkdepots sind möglich. Nur in vereinzelten Fällen ist eine Operation (Entfernung des Kalkdepots, ggf. Acromioplastik) notwendig. In hartnäckigen Fällen ist die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) hilfreich. Hierbei wird mittels bildgebender Röntgentechnik die Kalkstruktur exakt lokalisiert und gezielt zertrümmert. Nach 2-3 ambulanten Anwendungen sind ca. 75% der Patienten beschwerdefrei.

Epicondylitis

Es handelt sich um einen erworbenen schmerzhaften Reizzustand im Bereich des Ellbogens am Ursprung der Sehnen. Ist der Bereich des außenseitigen Oberarmes entzündet, so nennt man dies Epicondylitis humeri radialis oder im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Tennis-Ellbogen“. Ist der Bereich des innenseitigen Oberarmes erkrankt, so nennt man dies Epicondylitis humeri ulnaris („Golfer-Ellbogen“). Typischerweise besteht ein Ungleichgewicht von mechanischer Aktivität (einseitige Belastung, hohe körperliche Aktivität) und verminderter Belastungsfähigkeit der biologischen Strukturen (Strecksehnenansätze am Ellbogen). Meistens besteht chronische Überlastung des Armes (PC-Tätigkeit, Tastatur-Benutzung).

Symptome

Lokale Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der Sehnenansätze des Ellbogens. Schmerzprovokation durch Streckung des Ellbogens gegen Widerstand. Minderung der Kraft des Armes, bzw. der Hand. Einschränkung der Unterarmumwendbewegungen.

Therapie

Aufklärung über die Erkrankung, deren natürlichen Verlauf, sowie die verschiedenen Therapiemöglichkeiten. In der Regel ist eine Reduktion der körperlichen Aktivität für eine begrenzte Zeitdauer (Atteste, Sportbefreiung), sowie das Tragen einer speziellen Ellbogengelenksbandage bzw. Epicondylitis-Spange völlig ausreichend. Weitere Maßnahmen sind  Manualtherapie (Dehnungsübungen, Querfriktion), medikamentöse Salben-Anwendungen, Iontophorese, gezielte Kortikoid-Injektionen oder Akupunktur. Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen  Stadien Wärmeanwendungen.

Prognose

Die Epicondylitis heilt fast immer folgenlos aus. Bei hartnäckigen, chronischen Erkrankungen ist die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) erfolgreich (66%). Nur in vereinzelten Fällen ist eine ambulante Operation (ursprungsnahe Einkerbung der Strecksehnen nach Hohmann, Denervierung am Epicondylus nach Wilhelm) notwendig.

Carpaltunnelsyndrom

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „CTS“ genannt. Es handelt sich um eine chronische Druckschädigung des Mittelhandnerven (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenkes. Der Nerv befindet sich mit weiteren anatomischen Strukturen in einem engen Knochenkanal, der von einem Bindegewebsband begrenzt wird. Durch die Diskrepanz zwischen Tunnelvolumen und dessen Inhalt kommt es zur Nervendruckschädigung. Das Ausmaß der Nervenschädigung hängt vor allem von Stärke und Dauer der Kompression ab. 3-5% der Bevölkerung sind betroffen. Das Geschlechtsverhältnis beträgt weiblich : männlich = 2 : 1. Eine familiäre Häufung wird angegeben.

Mögliche Ursachen

In Fehlstellung verheilter Unterarmbruch (distale Radiusfraktur), Luxation eines Handwurzelknochens, Handgelenksarthrose mit Knochenüberbeinbildung, rheumatische Erkrankungen der Gelenke und Sehnenscheiden, Unfallbedingt (Bluterguss, Vernarbungen, Infektion, Knochensplitter), Tumoren (Handgelenksganglion, Neurinome), abnorme Muskelverläufe, hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft, Riesenwuchs (Akromegalie), Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Gicht), Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Krankheitssymptome

vor allem nächtliche Gefühlsstörungen
(„ ... mir schlafen die Finger ein“), Schmerzen im Daumen, Zeige- und Mittelfinger, Schmerzen bei Haltearbeit, Ungeschicklichkeit und Schwäche der Hand, Schmerzausstrahlung in den Unterarm, Schwierigkeiten bei Fein- und Spitzgriff (z.B. Nähen, Auf- und Zuknöpfen, Aufheben und Greifen von Gegenständen), Rückbildung der Daumenballenmuskulatur.

Therapie

Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Weitere Maßnahmen sind: Ruhigstellung des Handgelenkes in einer Unterarmschiene, Tragen einer Handgelenksbandage, Injektion von Kortikosteroiden in den Carpalkanal zur Abschwellung des Bindegewebes, auch Akupunktur. Bei vorliegender Schwangerschaft empfiehlt es sich in Abhängigkeit von Beschwerden und restlicher Schwangerschaftsdauer abzuwarten.

Prognose

In den meisten Fällen ist eine Operation (Spaltung des Retinaculum flexorum bzw. Neurolyse des Nervus medianus) notwendig. Prinzipiell kommen offene oder endoskopische Verfahren zur Anwendung. Schmerzen und Taubheitsgefühle sind nach der Operation meist rasch rückläufig. Die Muskelatrophie hat eine schlechtere Prognose. Rezidive sind selten.

Fersensporn

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Calcaneusperiostose“ oder „Plantarfasciitis“ genannt. Der sog. Fersensporn (Kalkaneussporn) ist eine dornartige knöcherne Spornbildung am Ansatz der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantaraponeurose). Oft ist es jedoch keine echte knöcherne Ausziehung, sondern eine chronische Entzündung, die auch den Schleimbeutel am Fersenbein mit einbezieht. Ursache ist eine lang dauernde Überbelastung des Fußes, speziell der großen Sehnenplatte unter der Fußsohle. Durch Überbelastung entstehen wiederholt kleine Sehnenrisse. Wie bei einem gebrochenen Knochen lagert der Körper Kalk ab, um die Risse der Sehne zu heilen. Dadurch entsteht häufig eine knöcherne Ausziehung im Bereich des Ansatzes der Sehnenplatte am Fersenbein.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung treten meist schleichend und nur selten plötzlich auf. Typisch für die Anfangsphase ist der Anlaufschmerz (bei Belastungsbeginn, aber auch morgens beim Aufstehen), der zunächst bei fortdauernder Belastung noch abnimmt. In der Folge kann dies später in einen anhaltenden Schmerz übergehen, der sich mit zunehmender Belastung weiter ausprägt. Schmerzen in Ruhe können bei Dehnung und Anspannung gegen Widerstand ausgelöst werden. Lokale Druckschmerzen am Sehnenansatz des unteren Fersenbeines.

Therapie

Reduktion, Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Zunächst schonende Belastungsgestaltung, Ausweichen auf Sportarten, die die betroffene Fersenregion nicht belasten: z.B. Radfahren, Schwimmen, etc. Lokale Eisbehandlung, Ultraschall, Krankengymnastik (Querfriktionen) im Bereich der plantaren Sehnenplatte und im Übergang zum Muskelgewebe. Entzündungshemmende Medikamente werden in den schmerzenden Bereich gespritzt  (Injektion von Kortikosteroiden), Tragen von Silikon-Fersenkissen oder Schuheinlagen mit Fersenweichbettung. 

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Bei erreichter Schmerzfreiheit ist ein schrittweiser, langsamer Belastungsaufbau wesentlich. Die sportart-spezifische Belastung oder Teilbelastung kann erst erfolgen, wenn sie unter Schmerzfreiheit möglich ist. In hartnäckigen Fällen ist die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) hilfreich. Hierbei wird mittels bildgebender Röntgentechnik die Kalkstruktur exakt lokalisiert und anschließend zertrümmert. Nach 2-3 ambulanten Anwendungen sind ca. 66 % der Patienten beschwerdefrei. Die Operation ist nur der letzte Ausweg, hier wird die Sehnenplatte der Fußsohle (Plantaraponeurose) durchtrennt und der knöcherne Fersensporn abgetragen.

Fingergelenksarthrose

Im medizinischen Sprachgebrauch auch "Polyarthrose" oder "Heberden- und Bouchardarthrose" genannt. Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Fingermittel- und -endgelenke. Die Ursache der Fingergelenksarthrose ist nicht bekannt. Rückschauende Studien zeigten eine familiäre Häufung, ohne das der Nachweis für einen Vererbungsmechanismus geführt werden konnte. Bevorzugung der weißen Rasse. Oftmals besteht zusätzlich eine Rhizarthrose der Daumensattelgelenke. Beginn im 4.-5. Lebensjahrzehnt. Nach dem 50.Lebensjahr ist jede zweite Frau und nach dem 60.Lebensjahr jeder zweite Mann betroffen. Erstbeschreibung im Jahr 1922 durch den englischen Arzt Heberden und den französischen Arzt Bouchard.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung treten meist schleichend und nur selten plötzlich auf. Typisch für die Anfangsphase ist der Anlaufschmerz (bei Belastungsbeginn, aber auch morgens beim Aufstehen), der zunächst bei fortdauernder Belastung noch abnimmt. In der Folge kann dies später in einen anhaltenden Schmerz übergehen, der sich mit zunehmender Belastung weiter ausprägt. Schmerzen in Ruhe können bei Dehnung und Anspannung gegen Widerstand ausgelöst werden. Lokale Druckschmerzen am Sehnenansatz des unteren Fersenbeines.

Therapie

Eine ursächliche Behandlung ist bisher leider nicht möglich. Krankheitsaufklärung (oft nur kosmetisches Problem), Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Weitere Therapiemaßnahmen: gezielte Kortikoid-Injektionen in die kleinen Fingergelenke oder auch eine begleitende medikamentöse Behandlung (Tabletten, Salben). Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen Stadien Wärmeanwendungen. In jüngster Zeit hat sich die Radiosynoviothese (RSO) gut bewährt. Dabei wird die entzündete Gelenkschleimhaut mittels Injektion einer radioaktiven Substanz zerstört und somit der Entzündungsschub beendet.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist gutartig. Nur in einzelnen Fällen ist eine Operation (Fingergelenkseinsteifung, sog. Arthrodese in Funktionsstellung) notwendig. Prinzipiell kommen offene Verfahren zur Anwendung. Schwellung und Schmerzen sind nach der Operation meist rasch rückläufig. Rezidive können auftreten.

Gicht

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Wohlstandskrankheit" oder "Zipperlein", in der medizinischen Literatur "Arthritis urica" oder "Hyperurikämie" genannt. Es handelt sich um eine Stoffwechselkrankheit, die durch erhöhte Harnsäure, ein natürliches Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels (sog. Purine) der Körperzellen, bedingt ist. Der Harnsäurespiegel im Blut kann durch vermehrte Zufuhr (z.B. purinreiche Nahrung, Alkohol), vermehrte Bildung im Körper (z.B. angeborene Enzymdefekte) oder eine verminderte Ausscheidung über die Nieren (z.B. Nierenkrankheiten, Medikamente) bedingt sein. Meist kommen mehrere dieser Mechanismen zum Tragen, bevor eine Gicht entsteht. Durch Auskristallisierung der Harnsäure, vor allem an kühlen Körperregionen (Großzehengrundgelenk, Ohrknorpel), entstehen entzündliche Knoten ("Tophus", siehe Bild rechts). Bei fortbestehender, bzw. unbehandelter Harnsäureerhöhung kann die Gicht fast alle großen und kleinen Gelenke betreffen. Das Geschlechtsverhältnis beträgt männlich : weiblich = 8 : 1. Durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen im Nierengewebe kann es im fortgeschrittenen Stadium der Gicht auch zu einer zusätzlichen Schädigung der Nieren kommen.

Krankheitssymptome

Typischerweise kommt es zu einem akut, über Nacht auftretenden Gichtanfall der Großzehe ("Podagra"), welcher zu einer schmerzhaften entzündlichen Schwellung des Großzehen- grundgelenkes führt, einschließlich einer ausgeprägten Schmerzempfindlichkeit der Haut.

Therapie

Die Behandlung des akuten Gichtanfalls besteht in Ruhigstellung, Kühlung und Gabe von pflanzlichen Medikamenten (Colchicin). Der Prophylaxe des Gichtanfalls dienen diätetische Maßnahmen (Vermeidung von Hülsenfrüchten und Fleisch, insbesondere Innereien) und die Reduktion des Alkoholkonsums, vor allem Bier! Wird die Gicht durch diese Maßnahmen nicht gebessert, ist eine dauernde Gabe von Medikamenten notwendig, welche die Bildung der Harnsäure im Körper vermindern (Allopurinol).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, schwere Verlaufsformen sind selten. Die individuelle Beratung umfasst das Essverhalten und den Alkoholkonsum im Alltag. Begleitende Maßnahmen wie z. B. Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Aktivität. Die Gicht bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle (Blutabnahmen: Harnsäurespiegel) und einer intensiven, langandauernden Behandlung.

Hallux Valgus

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Ballenzehe“ oder auch „Großzehenüberbein“ genannt. Es handelt sich um eine Achsfehlstellung der Großzehe mit Abweichung nach Außen und Fehlstellung des 1. Mittelfußknochens. Es handelt sich dabei fast immer um eine erworbene Deformität. Weitere Ursachen sind: konstitutionelle Bänderschwäche, muskuläre Dysfunktion, sowie chronische Überbelastung des Vorfußes infolge der Schuhmode. 30% der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen. Geschlechtsverhältnis weiblich : männlich = 5 : 1.

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung treten meist schleichend und nur selten plötzlich auf. Langsame Zunahme der Achsfehlstellung, Schuhprobleme, Belastungsschmerzen nach längerem Stehen oder Gehen, Bewegungseinschränkung der Großzehe, Verminderung der Gehleistung, störende Ästhetik. Lokale Druckschmerzen treten am häufigsten im Bereich des knöchernen Überbeines (sog. Pseudoexostose) auf. Sind zusätzlich Strukturen des umgebenden Gewebes des Großzehengrundgelenks mitbetroffen, äußert sich dies durch fühlbare Verdickungen und Entzündungen (Bursitis).

Therapie

Aufklärung über die verschiedenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten, eigene Verhaltensweisen, Sportmöglichkeiten und optimale Schuhversorgung. Eigene Fußgymnastik, Barfußlaufen. Krankengymnastik und Manuelle Therapie. Orthopädietechnik: Schuheinlagen mit retrokapitaler Abstützung, Ballenrolle, Schmetterlingssohlen, Vorfußbandagen, Schuhzurichtungen zum Einarbeiten in vorhandene Schuhe (z.B. Senk- und Spreizfußpelotten), Orthesen (z.B. Hallux-Nachtschiene).

Operation

Ziel sind die Korrektur der Achsfehlstellung, Schmerz- reduktion, Funktionsgewinn sowie verbesserte Ästhetik. Gelenkerhaltende Operationen, z.B. OP-Methoden nach Chevron, Austin oder Scarf (Abtragung der Pseudoexostose, Weichteileingriff an der Kapsel und am Muskelansatz, Korrekturosteotomie des 1.Mittelfußknochens, ggf. gleichzeitige operative Korrektur der Fehlstellung benachbarter Zehen, sog. Hammerzehe oder Krallenzehe). Nachbehandlung mittels Vorfußentlastungs-Schuh für die Dauer von 4-6 Wochen. Bei erreichter Schmerzfreiheit ist ein schrittweiser, langsamer Belastungsaufbau wesentlich. Unvollständige Ausheilung fördert die Neigung zu Rezidiven und langwierigen entzündlichen Reizungen.

Coxarthrose

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Hüftgelenksverschleiss" genannt. Es handelt sich um eine fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung des Knochens, der Gelenkkapsel sowie der gelenkumgebenden Muskulatur. Weitere Ursachen sind: Stoffwechselerkrankungen, Unfallfolgen, Infektionen, chronische Überlastungen im Sport oder Beruf, Übergewicht, Bänderschwächen, angeborene Fehlstellungen des Hüftgelenkes (Dysplasie), Hüfterkrankungen im Kindesalter (Morbus Perthes, Epiphysiolyse) und/oder im Verlauf eines entzündlichen Rheumas. 10% der Gesamtbevölkerung sind betroffen. Meist liegt die Coxarthrose sogar beidseitig vor. Beginn im 4. Lebensjahrzehnt. Altersgipfel ist das 60. Lebensjahr. Geschlechtsverhältnis männlich : weiblich = 2 : 1

Krankheitssymptome

Schmerzen bei Belastung, zunehmende Instabilität und Bewegungseinschränkung, Einschränkungen der Gehstrecke, hinkendes Gangbild, Reibegeräusche Rückbildung der Oberschenkelmuskulatur.

Diagnostik

Röntgenbilder der Hüftgelenke in 2 Ebenen, Beckenübersichtsaufnahme: Aufhebung und Sklerosierung des Gelenkspaltes, Knochenanbauten, freie Gelenkkörper, Zystenbildung. Magnetresonanztomographie (MRT) zur Darstellung der Muskeln, Sehnen, Knorpel und Bänder.

Therapie

Reduktion und Vermeidung von Überanstrengung und Fehlbelastung im Alltagsleben, Beruf und Sport. Injektionen in das Hüftgelenk, begleitende medikamentöse Behandlung (entzündungshemmende, schmerzlindernde Tabletten). Im akuten Stadium lokale Kälte-, bei chronischen Stadien Wärmeanwendungen. Krankengymnastik und Manualtherapie (Mobilisierung, Muskeldehnungen, Beseitigung von Muskeldefiziten, Stabilisierung der Oberschenkelmuskulatur), Elektrotherapie, TENS oder auch Akupunktur. In jüngster Zeit hat sich der Gelenkflüssigkeitsersatz gut bewährt. Dabei wird mittels Injektion von synthetischer Hyaluronsäure eine neue "Gelenkschmiere" wiederhergestellt.

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meistens progredient. Sehr häufig ist eine Operation notwendig. Gelenkerhaltende Operationen (Korrekturosteotomien an Femur, Becken) oder der vollständige oder teilweise Gelenkersatz (Endoprothese). Zementierte oder zementfreie Implantationstechniken. Individuelle Planung der zu wählenden Implantate und Materialien. Eigenblutspende. Frühzeitige postoperative Mobilisierung, Physiotherapie, Belastungsaufbau, ggf. Anschlussheilbehandlung (AHB). Aufklärung über erhöhtes Sitzen, erlaubte Bewegungen und Belastbarkeit. Regelmäßige postoperative klinische und röntgenologische Kontrollen.

Reaktive Arthritis

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „infektinduzierte Arthritis“ genannt. Es handelt sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung nach einem bakteriellen oder viralen Infekt. Nur ca. 30% der Patienten mit einer reaktiven Arthritis haben eindeutige Infektionshinweise, in der Mehrzahl aller Erkrankungsfälle (ca. 70%) fehlen diese! Die Erkrankung kann sich entweder akut, asymptomatisch oder schleichend entwickeln. Sie zählt zu dem rheumatischen Formkreis und ist auch eine Art von Autoimmunkrankheit. Auslöser sind häufig urogenitale, intestinale, pulmonale oder HNO-Infekte. Häufigste Erreger sind dabei Chlamydien und Darmkeime wie Campylobacter, Shigellen, Yersinien, Salmonellen. Die Diagnose wird durch die typische Beschwerdesymptomatik in Kombination mit einer Blutuntersuchung (Erreger-Serologie und Rheuma-Status) gestellt. Falls nötig werden auch Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule mit den Kreuzdarmbeinfugen durchgeführt. 1-3% aller Patienten nach enteralen oder urogenitalen Infekten sind betroffen. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. - 35. Lebensjahr.

Klinisches Bild

Tiefsitzende Kreuzschmerzen, Morgensteifigkeit, nächtliche Rückenschmerzen, Besserung durch Bewegung, Schweißneigung und allgemeine körperliche Schwäche und Erschöpfung. Außerdem können auch Sehnenentzündungen (z.B. Fersenschmerzen) und/oder Augenentzündungen (z.B. Konjunktivitis) auftreten.

Therapie

Gezielte Antibiotika-Therapie bei nachgewiesener oder sehr wahrscheinlich noch persistierender Infektion. Da eine kausale Therapie nicht möglich ist, wird mit entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. NSAR, Coxibe) symptomatisch behandelt. Bei chronischen Krankheitsverläufen Einleitung einer medikamentösen Rheuma-Basistherapie (z.B. Sulfasalazin, MTX, Biologica). Weitere begleitende Maßnahmen sind Physiotherapie (Wärmeanwendungen, Massagen, Krankengymnastik, Manuelle Therapie) oder auch Akupunktur. 

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, die Behandlungsdauer jedoch eher langwierig (Ø= 3-15 Monate). Ausheilung in ca. 60% der Fälle innerhalb von 3-6 Monaten. Schwere Verlaufsformen bzw. ein chronischer Verlauf (ca. 10%) sind jedoch möglich!

Bandscheibenvorfall

Im medizinischen Sprachgebrauch auch „Diskusprolaps“ genannt. Dabei finden sich ca. 1/3 aller Bandscheibenvorfälle im Bereich der Hals- und ca.  2/3 im Bereich der Lendenwirbelsäule. Am häufigsten sind die Bandscheibensegmente (C5/6, sowie L4/5 und L5/S1) erkrankt. 30% der Gesamtbevölkerung sind davon betroffen. Erste Beschwerden können schon ab dem 20. Lebensjahr auftreten. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30.-45. Lebensjahr. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalles ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unterscheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheiben- gewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und einer Protrusion (Vorwölbung mit Erhalt des Anulus fibrosus). Eine unfallbedingte Zerstörung einer Bandscheibe ist sehr selten. Das verlagerte Bandscheibengewebe komprimiert eine (oder mehrere) Nervenwurzeln und verursacht dadurch Schmerzen und ggf. neurologische Ausfälle.

Therapie

Krankengymnastik und Manuelle Therapie zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur, Korrektur der Fehlhaltung und zum Erhalt der Beweglichkeit der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Weitere Maßnahmen sind Massagen, Wärmeanwendungen (Fango, Rotlicht, Heißluft), Elektrotherapie, gezielte Injektionen oder Akupunktur. Beseitigung von Überbelastungen im Bereich der Wirbelsäule. Berufsberatung. Keine Ausübung schwerer körperlicher Tätigkeiten, kein schweres Heben oder Tragen von Lasten. Begleitende Maßnahmen wie Gewichtsreduktion und regelmäßige sportliche Aktivität (Fitness, Schwimmen, Yoga, ReHa-Sport, etc.).

Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist meist günstig, die Behandlungsdauer jedoch eher langwierig (Ø = 3-6 Monate). Spontanheilung durch Retrahierung des Prolaps und Volumenabnahme durch Vernarbung oder Ausweichen der Nervenwurzel im knöchernen Nervenkanal. Schwere Verlaufsformen (Cauda-Syndrom, Blasen-, Mastdarmstörungen) sind selten. Nur in wenigen Fällen (> 10%) ist eine Bandscheibenoperation (Nucleotomie, interlaminäre Fensterung, Sequesterentfernung, Kombination einer dorsalen Bandscheibenausräumung, Aufrichtung und Auffüllung der Bandscheibenräume, ggf. mit einer Stabilisierung, Titancage-Interposition, Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe) notwendig.

Morbus Bechterew

Im medizinischen Sprachgebrauch auch "Spondylitisankylosans" oder "Bechterew- Disease" genannt. Es handelt sich um eine entzündliche, meistens schubweise verlaufende Erkrankung des rheumatischen Formenkreises im Bereich der Bänder und Knochen der Wirbelsäule, insbesondere der Kreuzdarmbeingelenke (Ileosakralfugen). Die typischen Symptome sind schleichender Beschwerdebeginn, Morgensteifigkeit, nächtliche tiefsitzende Kreuzschmerzen, eingeschränkte Wirbelsäulen- und Brustkorb- beweglichkeit, Nackenschmerzen, und häufige Sehnenentzündungen, zu...

Morbus Forestier

Im medizinischen Sprachgebrauch auch "Hyperostosis ankylosans vertebralis senilis" oder "hyperostotische Spondylose" genannt. Es handelt sich um degenerativen Veränderungen und Verkalkungen hauptsächlich im Bereich der Brustwirbelsäule mit vermehrter Rundrückenbildung (Kyphose). Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht bekannt. Der Morbus Forestier tritt sehr häufig bei Stoffwechselstörungen auf. Hier wird insbesondere die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), aber auch...

Zervikaler Bandscheibenprolaps

Im medizinischen Sprachgebrauch auch "cervicaler Discusprolaps" oder "Halswirbelsäulen-Bandscheibenvorfall" genannt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Bandscheiben im Bereich der Halswirbelsäule. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalles ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unter- scheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheibengewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und einer...

Zervikale Bandscheibenprotrusion

Im medizinischen Sprachgebrauch auch "cervicale Discushernie" oder "Halswirbelsäulen-Bandscheibenvorwölbung" genannt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Bandscheiben im Bereich der Halswirbelsäule. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalls ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unter- scheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheibengewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und...

HWS Schleudertrauma

Das Schleudertrauma ist eine Verletzung der Weichteile im Bereich der Halswirbelsäule, die meist durch plötzliche Beugung und ‹berstreckung verursacht wird, wie z. B. bei einem Auffahrunfall. Häufig wird diese Verletzung als Peitschenhiebverletzung oder Peitschenschlagsyndrom bezeichnet. Die Bezeichnung Halswirbelsäulen-Distorsion ist ebenfalls korrekt. Es kann durch äußere Krafteinwirkungen zu Schäden im Hals- und Nackenbereich kommen...

Spondylolisthesis

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Wirbelgleiten" genannt. Es handelt sich um ein Gleiten eines Wirbelkörpers mit seinen Bogenwurzeln, Querfortsätzen und oberen Gelenkfortsätzen (und damit auch mit der darübergelegenen Wirbelsäule) über den nächst tieferen Wirbel nach vorne. Die Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt 4-8%. Vermehrt bei Sportlern mit starker Belastung der Lendenwirbelsäule (Speer- werfer 50%, Judokas, Kunstturner, Ringer 25%). Bei 80% aller...

Lumbalkanalstenose

Im medizinischen Sprachgebrauch auch "Spinale Stenose", "Syndrom des engen Spinalkanales" oder "Claudicatio spinalis" genannt. Es handelt sich um altersbedingte Abnutzungen der Lendenwirbelsäule im Bereich der Bänder (Ligamenta flava), der Knochen (Spondylophyten) und der Bandscheiben (Protrusionen). Hinzu kommen auch unfallbedingte oder osteoporotische Verände- rungen. Die typischen Symptome sind Folge der belastungs- und haltungsabhängigen mechanischen Nervenwurzelreizungen. Tiefsitzende Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung...

Lumbaler Bandscheibenprolaps

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Ischias" oder "Lendenwirbelsäulen Bandscheibenvorfall" genannt. Es handelt sich um eine im mittleren Lebensabschnitt auftretende Erkrankung der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule. Voraussetzung für das Auftreten eines Bandscheibenvorfalls ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man...

Lumbale Bandscheibenprotrusion

Im weiteren Sprachgebrauch auch "Diskusprotrusion" oder "Bandscheibenvorwölbung" genannt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Bandscheiben der Lendenwirbelsäule. Voraussetzung für das Auftreten einer Bandscheibenerkrankung ist eine allgemeine Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus). Man unterscheidet zwischen einem Prolaps (Vorfall von Bandscheibengewebe mit Perforation des Anulus fibrosus) und einer Protrusion (Vorwölbung mit Erhalt des Anulus fibrosus). Eine unfallbedingte...

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine häufig auftretende Alterserkrankung des Knochens. Durch den übermäßig schnellen Aubbau von Knochen- substanz und somit der Knochendichte wird der Knochen auf Dauer anfälliger für Frakturen. Die Erkrankung kann das ganze Skelett betreffen. Osteoporose kommt besonders häufig im höheren Lebensalter vor...

Morbus Scheuermann

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Rundrücken" oder "Lehrlingsbuckel" genannt. Es handelt sich um eine im Jugendalter auftretende Wachstumsstörung im Bereich der Grund- und Deckplatten der Brust- und/oder Lendenwirbelsäule mit vermehrter Rundrückenbildung (juvenile Kyphose). Die Ursache der Scheuermann-Erkrankung ist nicht bekannt. Eine familiäre Häufung mit autosomal dominantem Erbgang wird angegeben. Mechanische und genetische Faktoren mit einer Minderbelastbarkeit der Wirbelkörper, Veränderungen der Wirbelkörperrandleisten ...

Skoliose

Im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Wirbelsäulenverkrümmung" oder "Seitverbiegung" genannt. Es handelt sich um eine Verkrümmung eines oder mehrerer Wirbelsäulenabschnitte, die mit einer Drehung (Torsion) und einer Teilversteifung der Wirbel einhergeht. Dies ist eine im Jugendalter auftretende Wachstumsstörung im Bereich der Wirbelsäule. Die Ursache der Skoliose ist nicht bekannt. Rückschauende Untersuchungen und Zwillingsstudien zeigten allerdings eine familiäre Häufung, ohne dass der Nachweis...